von Eva Herrmann
Auf den Hund gekommen
Also eigentlich hatte ich meinen Wunsch, mir doch irgendwann einen Hund anzuschaffen, bereits an den Nagel gehängt.
Schließlich habe ich genug mit meiner Arbeit, meiner Familie und den bereits vorhandenen Haustieren zu tun. Schon allein wegen unserer Miezekatze, die, im Gegensatz zu mir, seit 10 Jahren über unser Heim herrscht, stellte sich für mich die Frage garnicht.
Doch der Hauptgrund war, dass mein Mann Hunde immer gehasst hat.
Ich zitiere: „Die Scheißköter stinken wie die Sau, kläffen den ganzen Tag und pinkeln überall hin. So was kommt mir nie ins Haus!“
Aber man sollte eben niemals nie sagen, denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...
Und so kam vor ein paar Wochen meine Nichte mit einem kleinen Welpen, der ein Zuhause suchte „zufällig“ in unseren Garten geschneit, natürlich völlig ohne Hintergedanken. Da tapste dieser winzige Chihuahuamischling auf uns zu und schon war es um mich und die Kinder geschehen. Das Hundchen fühlte sich auch sofort wohl bei uns.
Und mein Mann...??
Der wetzte schon die Messer, weil man wie er sagte, angeblich aus Hundeleder wunderbare Dinge machen kann und für eine Geldbörse könnte es gerade reichen.
Also haben meine Vernunft und mein Mann natürlich nein gesagt.
Die ganze Nacht war ich zwischen meinem Verstand und meinem Herzen hin und her gerissen. Und am nächsten Morgen rief ich meine Nichte an, ob sie mir die Kleine nicht für ein paar Stunden ausleihen würde, nur um zu sehen, wie es denn so mit einem Hund ist.
Natürlich in dem Wissen, dass mein Mann zwar nie tut was ich sage, ich aber trotzdem immer bekomme, was ich will. Ich war der festen Überzeugung, dass dieses entzückende Hundebaby seine Meinung über Hunde ändern könnte.
Der Hund kam und mein Mann siegte.
Er schaffte es, die Kleine den ganzen Nachmittag geflissentlich zu ignorieren.
Und als uns der Welpe dann laut winselnd wieder verlassen musste, da waren die Kinder und ich den Tränen nahe.
Aber mein Gatte war unerbittlich und ganz im Vertrauen, er hatte ja auch nicht ganz unrecht, wir haben eine Katze, wir haben unsere Freiheit, keiner unserer Freunde hat einen Hund und so weiter und so fort. Er hatte eine ellenlange Liste Argumente dagegen.
Die Kinder und ich hatten nur eines dafür: Wir haben ihn doch so gern.
Drei Tage lang hat mein geliebter Ehemann unsere Trauermienen erduldet. Er gab schließlich auf, als ihm auch noch eine gute Freundin ins Gewissen redete, nach dem Motto, wenn das Glück der Familie davon abhinge und wenn er nicht nur der beste Ehemann, sondern auch der beste Vater sein wolle, dann solle er doch über seinen eigenen Schatten springen. Es wäre überhaupt nicht schlimm, seine Meinung auch mal zu ändern, im Gegenteil, das bewiese wahre Größe. Unter uns gesagt, die Frau ist einfach genial.
Wenn auch nicht überzeugt, so ist er doch „freiwillig“ und ohne unser Wissen losgefahren und hat die kleine rabenschwarze Hündin eigenhändig abgeholt und uns stolz unter ein paar kleinen Bedingungen übergeben.
- Kein Hund auf dem Sofa
- Kein Hund im Bett
- Keine angeknabberten Sachen
- Kein Hundegestank
- Keine wilde Pinkelei
- Die Katze muss ihn akzeptieren
Und 7. Er heißt IDEFIX !
Also auf dem Sofa und im Bett will ich ihn auch nicht haben und es ist selbstverständlich, dass er in der Wohnung weder knabbern, noch sich erleichtern darf, auch ich bin der Meinung, dass unsere Katze Vorrang hat und sollte es mit den beiden nicht klappen, der Hund ein anderes Zuhause braucht.
Aber IDEFIX???
Gut, mein Mann „wächst“ vielleicht schon langsam in die Obelixrolle hinein, aber ist Idefix nicht männlich? Und noch dazu weiß?
Selbstverständlich haben wir seinem “Vorschlag“ nicht widersprochen.
Seither versuche ich nun die Aufgabe zu meistern, aus unserem Hundchen ein stubenreines, nicht bellendes, nicht knabberndes, nicht stinkendes Wesen zu machen, dass die Katze in Ruhe lässt, nicht im Bett schläft, unter und nicht auf dem Sofa liegt und überhaupt auf’s Wort gehorcht.
Das mit der Pinkelei ist mir schon fast geglückt, es passiert nur noch ab und zu.
Das letzte Mal ins Bett von meinem Mann....
Bellen hört man unsere Idefix äußerst selten, was aber vielleicht auch daran liegen mag, dass sie es noch nicht richtig kann.
Zum Knabbern biete ich ihr genügend hundgerechte Sachen an, sodass sie bisher unsere verschont hat. Bis auf die Filzpantoffeln meines Gatten, aber das ist eben wahre Liebe.
Und der Gestank? Ein Hund riecht nun mal nach Hund. Aber ich habe, um die Nase meines Mannes in die Irre zu führen, überall Zimmerdüfte versteckt. Leider schafft es unsere Kleine, Ihre Stinkbomben immer in der Nähe meines Mannes sausen zu lassen und die sind selbst für mich zu viel.....
Unsere Katze hat sich auch schnell an unser neues Familienmitglied gewöhnt, was bestimmt auch damit zu tun hat, dass sie jedes Mal ein besonderes Leckerli von mir bekommt, wenn Ihr der Störenfried über den Weg läuft.
Außerdem wissen wir ja alle: Ein Hund denkt, er ist ein Mensch - die Katze denkt, sie ist Gott.
Wollen wir sie in dem Glauben lassen.
Das Hundekörbchen zum Schlafen habe ich von Anfang an neben mein Bett gestellt und bisher schlief sie brav jede Nacht durch. Bis auf ein einziges Mal, als ich sie bei einem nächtlichen Toilettengang wohl geweckt haben muss. Gerade als ich mich wieder genüsslich in meinem Bett zusammen gerollt hatte, grunzte mein Mann unter seiner Decke hervor:
„Nimm den Köter von meinem Arsch!“
Ein paar Sekunden habe ich in meinem Dämmerzustand gebraucht, bis die Worte zu mir durchgedrungen waren.
„Was is?“
„Dein Hund klebt an meinem Hintern!“
Jetzt war ich hellwach, schaltete das Licht an und tatsächlich, vor dem nackten Hinterteil meines Angetrauten, das unter der Bettdecke hervorlugte, lag mein kleines Hundchen zusammengerollt und tat so, als ob es tief und fest schlafen würde.
Ob es die behaarten Backen wohl für einen Verwandten hielt?
Bedauerlich, dass man nie einen Fotoapparat zu Hand hat, wenn man ihn am Nötigsten braucht.
Nachdem ich meinen Lachkrampf wieder unter Kontrolle hatte, legte ich Idefix in ihr Körbchen zurück und es ist bis heute nicht mehr passiert, dass sie versucht hat, sich einen Platz in unserem Bett zu erobern.
Für die richtige Erziehung habe ich mich bei einer professionellen Hundetrainerin angemeldet und ich habe festgestellt, dass es eigentlich nicht Hundeschule, sondern Hundebesitzerschule heißen müsste. Also lerne ich jetzt fleißig, wie mein Hund denkt, um seine Handlungsweise in die richtigen Bahnen zu lenken.
Das mit dem Sofa ist da schon eine schwierigere Sache. Unsere Idefix ist nun mal ein Minihund und so ist man stets versucht, sie auf den Arm oder auf den Schoß zu nehmen und sie genießt das auch ganz offensichtlich. Selbst mein Mann kann sich ihrem Charme nicht entziehen, wenn sie mit einem Sprung auf seinem Bauch landet, sobald er es sich auf dem Sofa bequem gemacht hat. Und wenn er sie dann streichelt und krault, dann natürlich nur mit der Absicht, „das Leder zu dehnen“.
Den „Scheißköter“ nennt er mittlerweile liebevoll „Kleiner Stinker“ und als ich meinen geliebten Morgenmuffel heute nach dem Aufstehen lachen gehört habe, da war es Idefix, die „Schuld“ daran hatte. Ich wusste gar nicht, dass mein Schatz in den Kniekehlen so kitzelig ist, aber ich habe sie ehrlich gesagt auch noch nie abgeleckt.
Aber man lernt selbst nach fast 20 Jahren Ehe noch dazu, vorausgesetzt man hat den Mut aus dem Alltagstrott auszubrechen, gegen seine Prinzipien zu verstoßen, Spontaneität zu zeigen und sich zum Beispiel wie in unserem Fall gegen alle Vernunft einen Hund anzuschaffen.
Peinlich
Ich frage meinen Mann NIE wieder, ob er mich auf einen Spaziergang mit unserem neuen Hundchen begleitet.
Als wir kürzlich bei so einer Gassi-Tour zwei ältere Damen mit ihren Hunden trafen, sagt doch die eine ganz spitz zu der anderen:
„Hast du den Hund schon mal gesehen?“
„Nein, DEN kenn ich noch nicht!“ erwiderte die zweite nach einem abschätzenden Blick auf unseren Zwerg.
Darauf hin dreht sich Erstere zu uns um und meint herablassend:
„Der ist aber noch nicht angemeldet, oder?“
Wen hatten wir denn da getroffen?
Die Hundepolizei?
„Nein“, erwiderte ich. „Wir haben die Kleine noch nicht lange, ich wollte das nächste Woche erledigen.“
Ehrlich!
Das war nicht nur eine dämliche Ausrede.
„Was ist denn das für eine Rasse?“ fragte nun die Andere.
Bevor ich etwas erwidern konnte, meldete sich nun mein holder Gatte zu Wort.
„Ein chinesischer Fotznschlecker!“ (Mein Mann ist manchmal ein richtiger bayrischer Bauer ohne jeglichen Anstand!)
Ich wäre am liebsten in Grund und Boden versunken.
Hätte er nicht bei seiner Version einer „Tibetanischen Kampfratte“ bleiben können? „Australischer Flughund“ wäre doch nett gewesen.
Warum ausgerechnet muss ihm DAS jetzt einfallen?
Und bevor ich die Situation noch irgendwie retten konnte, da hatten die zwei Damen auch schon empört das Weite gesucht.
Ehe ich meinen Mund überhaupt aufmachen konnte, um ein Donnerwetter über meinen Liebsten hereinbrechen zu lassen, da grinst er mich an wie ein Schulbub und meint:
„ Das kommt davon, wenn man blöd fragt!“
Die Woche darauf traf ich eine der beiden wieder.
Sie arbeitet auf dem Gemeindeamt und ist zuständig für die Hundesteuer......
Hundeerziehung
Mein Gott, was habe ich immer über Hundebesitzer abgelästert, deren Hunde überhaupt nicht daran dachten, dass zu tun, was man von ihnen verlangt.
Mein Hund, davon war ich fest überzeugt, wird einmal auf’s Wort gehorchen.
Schließlich kann es ja wohl nicht so schwer sein, seinem Hund etwas beizubringen.
Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass Hunde, laut Auskunft vieler anderer Hundebesitzer, ihre „Phasen“ haben.
Mit 7 Monaten, mit 1 Jahr, mit 1 ½ Jahren, mit 2 Jahren und so weiter und so weiter.
Das kann ja heiter werden, haben Hunde eigentlich noch etwas anderes als Phasen?
Die erste Phase haben wir schon hinter uns, die mit 7 Monaten, als alles und jeder angebellt oder angeknabbert wurde, mein stubenreiner Hund plötzlich wieder in die Wohnung gepinkelt hat und eigentlich nur noch außer Rand und Band war. Die Phase dauerte so ungefähr 4-5 Monate
Im Moment stecken wir nun in der 1-Jahres-Phase.
Mein Hundchen tut manchmal was ICH will, aber nur wenn SIE will.
Dabei habe ich eine wirklich gute Hundetrainerin.
An manchen Tagen komme ich 10 Minuten lang nicht von der Stelle, weil mein Hundemädchen einfach nicht ordentlich bei Fuß gehen möchte, dabei sollen wir doch fleißig üben.
Wie in der Hundeschule gelernt, gehe ich immer wieder auf Ausgangsposition und beginne von vorne.
„Setz dich! Und bei miiiiir!“
Idefix springt auf und saust an mir vorbei, ich wechsle die Richtung und sie wechselt auch die Richtung und und ist schon wieder an mir vorbei.
„Argh!“
Das Ganze wieder von vorne. Diesmal komme ich zwei Meter voran, bevor sie mich überholt.
Richtungswechsel.
Klappt auch und....
.... da liegt ein Hundehaufen, der beschnüffelt werden muß
„Nein, laß das“
Und von vorne!
Irgendwann nach 10 Minuten hin und her, haben wir es dann manchmal sogar 10 Meter weit geschafft, wenn nicht gerade ein anderer Hund, eine Katze, ein Vogel oder ein Spaziergänger, ein Pfütze, ein Stück Holz oder ein Schmetterling unseren Weg kreuzt.
Sollte es gut gegangen sein, beende ich schnell die Übung, damit wir beide ein positives Erlebnis hatten.
Ich leine Idefix ab und schon saust sie los.
„Nein! Idefix, du sollst doch warten, bis ich dir sage, dass du frei bist.“
Wunschtraumdenken!
Jetzt muss ich meine Hündin also theoretisch wieder anleinen und sitzen lassen und wieder ableinen und warten lassen und ihr dann, noch bevor sie auf und davon ist, erlauben zu gehen.
Pustekuchen!
Wie bringt man seinen Hund an die Leine, wenn der das nicht will?
Ich rufe, sie kommt angesaust!
Na bitte, geht doch!
Sie bleibt 3 Meter vor mir stehen.
„Komm hier zu mir!“ rufe ich freundlich.
Pffffff!
„Hiiiiieeer zu miiiiir!“ sage ich mit strenger durchdringender Stimme!
Sie hüpft vor mir hin und her und saust dann in die Gegenrichtung.
„Argh!“
Ich laufe also in die entgegengesetzte Richtung und rufe in dem Moment als sie sich umdreht, alles wie in der Hundeschule gelernt.
Und, sie dreht um und kommt wie der Blitz angesaust.
Prima!
3 Meter vor mir bleibt sie stehen.
„Wäh“
Das Spiel könnten wir bis zum Umfallen spielen.
Ich gehe einfach weiter.
Und Idefix folgt mir, läßt sich aber nicht anleinen, sondern weicht immer im letzten Augenblick aus.
Ich versuche so zu tun, als ob ich sie gar nicht anleinen will, stecke die Leine sogar weg.
Kann ein Hund Gedanken lesen???
Irgendwann, Stunden später, muss ich dann doch nach Hause und langsam gerate ich in Panik, weil ich weiß, dass in dem Moment, in dem wir in unsere Straße einbiegen, mein Hund erst recht null Bock hat nach Hause zu gehen.
Ich sehe mich schon mit dem Schlafsack in der Wildnis übernachten und halte ihr in der letzten Not verzweifelt ein Leckerli hin, obwohl ich weiß, dass man das nur als Belohnung und nicht als Bestechung einsetzen soll.
Kein Hunger?
Ich locke mit allersüssester Stimme.
Sie grinst. Sie glauben es vielleicht nicht, aber mein Hund lacht mich aus!
Ich befehle mit strenger Stimme.
Hilft nix.
Ich bin ratlos.
Da kommen meine Nachbarn zufällig des Weges und mein Hund läuft schwanzwedelnd auf die beiden zu, lässt sich streicheln und geht Ihnen bis zu Hause nach, wo sie brav sitz macht und ein Leckerli bekommt. Ich drücke meiner Nachbarin die Leine in die Hand und „schon“ ist mein Hund angeleint.
„Heul!“
Ich stehe daneben und schlage meinen Kopf gegen die Wand.
„WAS MACHE ICH FALSCH?????“
Meine Nachbarn, die selbst Hundehalter sind, trösten mich: „Wie alt ist sie jetzt?“
„1 Jahr!“
„Ach, dann ist schon alles klar, das ist ganz normal, das ist nur eine PHASE!“
Und wie lange dauert die diesmal?
Ein halbes Jahr?
Ich weiß nur eins ganz gewiss, bis die Phase vorbei ist, trägt mein Hund wieder Schleppleine!
Über das Fluchtverhalten von Besitzern kleiner Brunstkugeln
Also über die Zeit der Läufigkeit hatte ich ja schon vorher so einiges gehört und gelesen.
Ich fühlte mich also durchaus gewappnet diese Zeit mit Ruhe und Geduld zu absolvieren.
Doch nach über drei Wochen Dauerflucht, Versteckspiel und Verteidigungsmaßnahmen hatte ich ehrlich gesagt die Schnauze voll.
Ich wollte nicht mehr!
Und meine Maus auch nicht!
Wir waren einsam!
Wir wollten uns auch wieder unter die Schar der Gassigeher mischen, ein Pläuschchen halten, bzw. raufen, toben und spielen.
Meine Hündin und ich sind die ganze Zeit aneinandergekettet, nur zweimal, anstatt dreimal täglich, immer die gleiche Strecke, abseits der üblichen Spazierwege gelaufen. Wir kennen dort jetzt jeden Stein und jeden Strauch beim Vornamen.
Statt gemütlich spazieren zu gehen, haben wir das Ganze natürlich im Schweinsgalopp absolviert, damit wir so schnell wie möglich wieder aus der Schusslinie sind.
Alles aus Rücksicht auf all die notgeilen Triebtäter, die, als hätten sie niemals eine Erziehung genossen, bei der noch so kleinen Duftspur Fersengeld geben und Herrchen, bzw. Frauchen schreiend und pfeifend im Regen stehen lassen, nur um sich dann winselnd, hechelnd und lechzend auf meine Kleine zu stürzen.
Wissen Sie wie das ist, wenn neben Ihnen aus dem Gebüsch plötzlich ein Riese von Rottweiler auftaucht, dessen bestes Stück fast so groß ist wie Ihr ganzer Hund? Oder wenn ein völlig ausgeflippter Berner Sennenhund Ihren Zwerg unter sich begräbt und Sie schon zu überlegen anfangen, wie groß die Schachtel für das Begräbnis sein muß?
Also was tun, wenn so ein liebestoller Hund daher kommt?
Nun ich habe meinen Mini-Hund auf den Arm genommen...
Jaja, ich weiß, seinen Hund bei Gefahr hochzuheben ist das Falscheste, was man tun kann, aber sollte ich zusehen, wie sie von einem Rottweiler gespalten oder von einem Berner Sennenhund zerquetscht wird?
Ich habe also der Gefahr ins Auge gesehen, meine Idefix über meinem Kopf balanciert und gehofft, dass mich keiner der, außer Rand und Band geratenen, Hunde beißt. Nun gebissen hat mich auch keiner, dafür wurden mein linkes und mein rechtes Knie mehrmals vergewaltigt!
Wenn dann nach einer Ewigkeit, endlich der Besitzer des rasenden Rüden auftauchte, musste ich mir auch noch eine Strafpredigt anhören, wie ich es nur wagen kann, mit einer läufigen Hündin spazieren zu gehen.
Was bitte soll ich denn tun?
Meinen Hund zu Hause einsperren und Windeln anlegen?
Oder ihm das Katzenklo meiner Mieze anbieten?
Manche Rüdenbesitzer haben mich auch ganz scheinheilig gefragt, ob ich meine Hündin denn nicht kastrieren lasse.
HALLO !
Läuft MEIN Hund etwa davon und vergewaltigt alles was ihm in die Quere kommt?
Natürlich weiß ich, dass eine läufige Hündin einen ganzen Stall Rüden verrückt machen kann, aber ein einziger Rüde kann auch ne ganze Menge Nachwuchs erzeugen....
Nun, bei uns hat sich das Thema jetzt erledigt, meine Idefix hat eine Gebärmutterentzündung bekommen und musste zwangläufig sofort kastriert werden.
Das heißt für uns die nächsten beiden Wochen wieder aneinandergekettet im Schweinsgalopp abseits aller Wege spazieren zu gehen, weil sie nicht spielen darf.
Und soll ich Ihnen was sagen?
Die liebestollen Rüden finden uns trotzdem, stürzen sich nach wie vor auf meinen frisch operierten, aber nicht mehr läufigen Hund und vergewaltigen meine Knie.
Ich hoffe nur, dass irgendwann wieder Normalität in unser Leben tritt und wir wie früher unbeschwert Gassigehen können und mit all den Rüden und deren Besitzern immer noch gut Freund sind.
Zumindest, wegen uns läuft ihr Hund ja in Zukunft nicht mehr davon.....
Übrigens besitze ich mittlerweile selbst einen kleinen Triebtäter und kenne jetzt auch die andere Seite der Medaille.
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Weihnachten !
Mein Frauchen ist neulich lustig gewesen, da hat sie drei Kartons vom Speicher herunter geschleppt und dann lauter tolle Sachen ausgepackt. Jede Menge bunter Figuren und Krimskrams.
Ich fand das total nett, dass ich neues Spielzeug bekommen sollte! Aber warum nur hat sie alles so hoch hinaufgestellt? Da muss ich wieder ganz schön herumklettern um an alles zu heranzukommen.
Genauso wie bei meinem Buddelkasten, der übrigens ein schöner Zeitvertreib ist wenn alle weg sind.
Da ist ein Baum, jede Menge Erde und kleine Kügelchen drin, die lustig durch die Gegend fliegen beim Graben.
Komischerweise rückt Frauchen den jetzt auch immer weit weg von der Couch, wenn sie aus dem Haus geht, da muss ich nun immer den Umweg über die Heizung nehmen. Beim letzten Mal als ich wieder ein bisschen gebuddelt habe, hat Herrchen gesagt, er würde irgendwann ein paar Mausefallen hineinlegen.
Find ich echt nett, da bin ich aber mal gespannt, wie die schmecken.
Seit Neuestem stehen auch selbstgebackene Hundeplätzchen auf dem Tisch herum.
Frauchen weiß echt nicht was sie will, eigentlich soll ich ja gar nicht auf dem Tisch herumklettern!
Aber warum stellt sie die Dinger dann nicht einfach auf den Boden?
Neben den Plätzchen hat sie auch noch jede Menge hoher runder Teile aufgestellt und manchmal zündet sie sie an und es glimmt ein Feuer darauf. Also ich fand das ziemlich gefährlich und habe das große Feuerdings auf dem Couchtisch mal vorsichtshalber angepinkelt, dann kann es sich nicht so leicht entzünden!
Alle reden jetzt irgendwie von Weihnachten, wer ist denn das schon wieder?
Herrchen ist neulich heimgekommen und sagte, er hätte einen Weihnachtsbaum besorgt.
Der steht jetzt auf der Terrasse, selbstverständlich habe ich ihn gleich für uns makiert! So kann man ihn nicht verwechseln.
Ich war dann ganz erstaunt, als Herrchen ihn ein paar Tage später ins Wohnzimmer gestellt hat. Es ja ehrlich gesagt total lieb, mir den Baum nach drinnen zu holen, wo es doch jetzt so saukalt draussen ist, aber Frauchen hat mir, vor allem nach meiner Couchtischpinkelei eindringlich gesagt, ich dürfe hier drinnen nicht pinkeln.
Menschen sind so inkonsequent!
Besonders komisch wurde es, als Frauchen wieder eine Kiste ausgepackt hat. Da waren lauter bunte Bällchen drin.
Mal ganz ehrlich, Menschen sind doch echt bescheuert, da hängen die lauter Bälle an einen Baum, den sie in ihr Wohnzimmer stellen. Mir war sofort klar, dass das wieder so eine Sonderaufgabe von Frauchen für mich war.
Ich bhbe natürlich sicherheitshalber noch einmal unser Eigentum markiert und bin dann rein in den Baum, Bällchen fangen. Also ich kann euch sagen, Frauchen hat da schlecht eingekauft, die Dinger halten echt nix aus! Und der Baum ist dann auch noch umgefallen, das war vielleicht ein Schreck und anstatt mich zu trösten, gab's ein großes Donnerwetter.
Dieser Weihnachten muss die Menschen echt nervös machen.
Herrchen hat den Baum dann wieder aufgestellt und zu Frauchen gesagt, er hätte es ja gleich gewusst!
Und mir hat man gesagt, dass der Baum nicht für mich ist, sondern für Weihnachten!
Also dieser Weihnachten, der kann mir jetzt dann gleich gestohlen bleiben, nicht genug, dass ich schon alles mit den andern beiden und der Katze teilen muss, jetzt kommt der auch noch daher!
Naja, der Tag hatte wenigstens einen schönen Ausklang, es gab lecker Sachen zu Futtern und ein neues Spielzeug für mich. Da wollte ich mal nicht so sein und Frauchen auch wieder verzeihen, dass sie mir das Leben so schwer macht, also habe ich ihr geholfen, den neuen Teppich zu entfusseln. Mann die Dinger stecken ganz schön fest da drin, das macht richtig Arbeit die rauszuziehen.
Aber es war wie immer, nix kann ich recht machen!
Man hats schon nicht leicht als Hund, vor allem wenn man der dritte in der Familie ist und obendrein auch noch ne Miezekatze im Haus wohnt.
Stellt euch vor, da hat man mich doch neulich beschuldigt, auf den Badvorleger gepinkelt zu haben, dabei war das doch ganz eindeutig Katzenpissegeruch!
Aber keiner hat mir geglaubt. Ich wollte es ihr dann heimzahlen und hab ins Bett von Sunnyfrauchen gepinkelt, genau dort wo das blöde Katzenvieh immer liegt.
War keine gute Idee! Bin erwischt worden! Mann das gab Ärger!
Sogar noch mehr als neulich, als ich das Papierdings von Sunnyfrauchen zerlegt habe, ich glaube es hieß Buch. Menschen haben komische Wertvorstellungen, das Ding hat nicht mal geschmeckt!
Und jetzt sagen alle plötzlich, Gottseidank wär Weihnachten vorbei!
HÄ? Wo war der denn? Hab ich was verpasst? Wie kann denn das sein?
Angeblich kommt er nächstes Jahr wieder, da werde ich ihn aber dann erwischen, der geht mir nicht wieder durch die Lappen!
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