UNSER NAME ist das Erste was wir lernen, denn das Wort wird am häufigsten gebraucht. Beim Loben, beim Schimpfen, beim Rufen, egal was ihr von uns wollt, immer ruft ihr unseren Namen. Und dazu ist er eigentlich auch da, um uns darauf aufmerksam zu machen, dass ihr etwas von uns möchtet. Das Problem mit euch ist nur, dass ihr oft vergesst, uns dann auch noch zu sagen, was genau wir denn tun sollen. Das geht dann ungefähr so: Ich laufe in den Wald, weil ich eine supertolle Rehspur erschnüffelt habe. Kaum bin ich außer Sichtweite, da kommt schon der erste Ruf, "Idefix!". Ich bleibe stehen und horche. Was soll ich tun? Der Spur folgen? Bestimmt! Und weiter gehts! Da kommt auch schon der zweite Ruf: "Ideeeefiiiix!" Jaaahaa, ich hör dich ja und ich weiß wie ich heiße. Was willst du denn, bin grad mordsmäßig beschäftigt. Jetzt wird Frauchen ärgerlich: "Idefix, HIER!!!!" Na, sag das doch gleich! Ich komm ja schon.
SITZ lernen wir als Zweites von euch, meistens haltet ihr uns dabei ein Leckerli vor die Nase und während wir uns hinsetzen und überlegen, wie wir wohl die Sache angehen, um an das Leckerli zu kommen, da brecht ihr schon in Freudenschreie aus und wir bekommen das Leckerli ins Maul geschoben. Wenn ihr das ein paarmal gemacht habt, dann wissen wir, dass wir euch richtig erzogen haben, wir setzen uns hin und bekommen was Feines, wie einfach ist das denn?

PLATZ ist schon etwas schwieriger, gerade haben wir SITZ mit einem Leckerli über unserem Kopf gelernt und plötzlich zieht ihr es vor uns über den Boden, zuerst hüpfen wir auf und versuchen es unter der Hand hervor zu graben, aber das funktioniert nicht. Irgendwann geben wir auf und legen uns hin, um genauer darüber nachzudenken, was ihr bei dem Kommando PLATZ wohl von uns erwartet und jetzt kommen die Jubelschreie und das Leckerli. Ist doch garnicht so schwer.

BLEIB gehört in die Junghundeausbildung. Da bekommen wir das Kommando SITZ oder PLATZ und dann sollen wir auf BLEIB genau da Wurzeln schlagen, wo wir sind, bis ihr wieder zu uns kommt oder uns abruft. Am besten lauft ihr erst einmal im Kreis um uns herum und dann entfernt ihr euch Schritt für Schritt. Es ist ganz schön schwer zu bleiben, denn wir wollen doch bei euch sein oder zum nächsten Hund oder Schmetterling oder Fussgänger.
KOMM wird auch schon mit den Kleinsten geübt. Das bedeutet, wo wir gerade auch sind oder hinwollen, sollen wir trotzdem Herrchen und Frauchen folgen, dahin wo sie hinwollen. Manchmal ist das richtig gemein, wenn man zum Beispiel gerade in einem tollen Spiel ist oder eine superinteressante Spur verfolgt.
HIER wird im Junghundkurs gelernt, da müssen wir kommen und vor unserem Frauchen oder Herrchen SITZ machen. Das erfordert schon eine gehörige Portion an Selbstkontrolle und Wissen. Dabei entlocken wir euch aber garantiert ein dickes Lob und ein Leckerchen.
BEI FUSS können wir lernen, wenn wir nicht mehr an der Leine ziehen und das wiederum lernen wir ganz gut, wenn "Das andere Ende der Leine" immer stehen bleibt und wir keinen Schritt vorankommen solange wir ziehen. Irgendwann begreift das auch der dümmste Hund oder Herrchen gibt auf.... Das korrekte BEIFUSS wäre auf der linken Seite unseres Besitzers, mit unserer rechten Schulter an dessen linkem Knie. Mann, seid ihr manchmal kompliziert. Langt es denn nicht, wenn wir rechts oder links ganz nah bei euch gehen? Demnächst wird noch mit dem Maßband nachgemessen. Außerdem komme ich mit meiner Schulter gar nicht an das Knie von Frauchen hin, ich reiche gerade mal bis zu Wade.
NEIN Hier muss ich mich, glaube ich, verbessern, das ist mit Garantie das erste Kommando, das wir lernen und es wird wahrscheinlich sogar noch häufiger benutzt als unser Name. Ich habe sogar schon mal einen Hund getroffen, der auf meine Frage nach seinem Namen geantwortet hat: "Ich heisse Hasso mit Vornamen und NEIN mit Nachnamen". NEIN bedeutet ganz klar, lass das, was du gerade tust, denn Frauchen findet es nicht gut. Manchmal ist es aber leider schon zu spät, wenn ich mich zum Beispiel gerade in wunderbarem Stinkzeug wälze oder etwas davon fresse und Frauchen ruft: "NEIN!", kann ich das ja nicht mehr rückgängig machen. Das Zeug ist drin im Pelz oder Magen! Ich weiß auch garnicht was sie hat, das ist doch ganz normal.
AUS kommt gleich danach. Egal was man gerade im Maul hat, ob es das schimmelige Brot von Nachbars Misthaufen oder der Ball von dessen Töle ist, wir müssen hergeben, was drin ist.
STOPP / HALT ist genau das, was das Wort bedeutet, einfach stehen bleiben und sich dann hinlegen. Manche Hunde schaffen das sogar aus einem Sprint heraus. Ich bin mehr für die gemächlichere Variante. Ich bremse ab, sehe mich um, ob Frauchen das wirklich ernst gemeint hat, wenn ich nicht ganz sicher bin, laufe ich ihr ein paar Schritte entgegen, da kommt dann das STOP gleich noch einmal lauter. Tja, was will man machen, lege ich mich halt hier hin, warum auch immer.

WARTE ist eigentlich so ähnlich, aber ich muss mich nicht hinlegen, sondern darf weiter schnüffeln, solange ich nur auf Frauchen warte. Die Arme kommt nämlich manchmal nicht mit, ihr Menschen seid aber auch echt langsam.
FEIN ist eigentlich kein Kommando, sondern sagt nur aus, dass wir unsere Übung richtig gemacht haben und meistens bekommen wir dann ein Leckerli, zu Anfang zumindest. Später nicht immer, aber man weiß ja nie, manchmal lohnt sich das Gehorchen, gerade dann, wenn wir nicht damit rechnen. Frauchen ist eben immer für eine Überraschung gut.
BRAV SEIN kann viel bedeuten. Frauchen sagt das immer, wenn ich gerade daran denke, den Fussgänger vor mir zu erschrecken, indem ich mit einem Sprung hinter ihm lande und wuffe. Wie sie das wohl immer errät. Außerdem bekomme ich das immer zu hören, wenn wir Welpen begegnen und das ist echt ätzend, weil die total frech sind und ich es garnicht einsehe, dass ich mir von dem Junggemüse auf der Nase herumtanzen lasse. Wenn man die nämlich nicht gleich in ihre Schranken weist, dann werden die immer frecher und die meisten wachsen mir ziemlich schnell über den Kopf.
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