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Die wichtigsten Grundkommandos

Vorweg ein paar wichtige Grundregeln:

Da wir nun einmal verschiedene Sprachen lernen, müssen wir immer erst verstehen, was ihr von uns wollt, dazu ist es notwendig, uns verständlich zu zeigen, was wir tun sollen. Am besten lernen wir, wenn wir selbst herausfinden, was eure Kommandos bedeuten sollen. Da wir selbst viel mit unserer Körpersprache reden, fällt es uns leichter, wenn ihr das auch tut, deshalb ist es hilfreich, zu jedem Kommando auch ein Sichtzeichen einzuführen. Ihr müsst alle Kommandos oft mit uns üben, zuerst bis wir es verstehen und dann bis wir begreifen, dass wir das auch tun müssen. Wichtig ist es die Übung zuerst ohne Ablenkung und auf geringe Distanz zu machen und dann langsam die Distanz zu vergrößern und erst später immer ein bisschen mehr Ablenkung hinzuzufügen. Denn was so schon nicht funktioniert, dass braucht ihr dann unter anderen Umständen garnicht probieren. Wenn etwas garnicht klappt, dann überlegt, ob ihr es uns zu schwer gemacht habt und die Übung ein bisschen einfacher stricken könnt.

Und nun zu den Grundkommandos:

UNSER NAME  ist das Erste was wir lernen, denn das Wort wird am häufigsten gebraucht. Beim Loben, beim Schimpfen, beim Rufen, egal was ihr von uns wollt, immer ruft ihr unseren Namen. Und dazu ist er eigentlich auch da, um uns darauf aufmerksam zu machen, dass ihr etwas von uns möchtet. Das Problem mit euch ist nur, dass ihr oft vergesst, uns dann auch noch zu sagen, was genau wir denn tun sollen. Das geht dann ungefähr so: Ich laufe in den Wald, weil ich eine supertolle Rehspur erschnüffelt habe. Kaum bin ich außer Sichtweite, da kommt schon der erste Ruf, "Idefix!". Ich bleibe stehen und horche. Was soll ich tun? Der Spur folgen? Bestimmt! Und weiter gehts! Da kommt auch schon der zweite Ruf: "Ideeeefiiiix!" Jaaahaa, ich hör dich ja und ich weiß wie ich heiße. Was willst du denn, bin grad mordsmäßig beschäftigt. Jetzt wird Frauchen ärgerlich: "Idefix, HIER!!!!" Na, sag das doch gleich! Ich komm ja schon.

SITZ lernen wir als Zweites von euch, meistens haltet ihr uns dabei ein Leckerli zischen Daumen und Mittelfinger vor die Nase, während ihr den Zeigefinger in die Luft streckt (Sichtzeichen!) und während wir uns hinsetzen und überlegen, wie wir wohl die Sache angehen, um an das Leckerli zu kommen, da brecht ihr schon in Freudenschreie aus und wir bekommen das Leckerli ins Maul geschoben. Wenn ihr das ein paarmal gemacht habt, dann wissen wir, dass wir euch richtig erzogen haben, wir setzen uns hin und bekommen was Feines, wie einfach ist das denn?

PLATZ  ist schon etwas schwieriger, gerade haben wir SITZ mit einem Leckerli über unserem Kopf gelernt und plötzlich zieht ihr es vor uns über den Boden. Zuerst hüpfen wir auf und versuchen es unter der Hand hervor zu graben, aber das funktioniert nicht. Irgendwann geben wir auf und legen uns hin, um genauer darüber nachzudenken, was ihr bei dem Kommando PLATZ wohl von uns erwartet und jetzt kommen die Jubelschreie und das Leckerli. Ist doch garnicht so schwer.
Oder ihr schiebt die flache Hand, mit dem Leckerli darunter, langsam zwischen unsere Vorderbeine, wenn wir sitzen, dabei legen wir uns auch oft hin. Manchmal setzt ihr euch auch auf den Boden und zieht die Knie an, wo ihr das Leckerli dann wie durch eine Höhle unter den Knien durchzieht und uns zum durchrobben animiert, wenn wir mit dem Bauch den Boden berühren, dann kommt das Kommando Platz und das Leckerli mit Lob. Welche dieser Arten funktioniert, kommt immer darauf an, welchen meiner Kollegen ihr vor euch habt. Einen Denker wird schon bei der ersten Variante verstehen was ihr wollt, der Neugierige kommt mit der zweiten Variante gut zurecht und einen Macher werdet ihr mit der dritten überzeugen müssen.

KOMM wird auch schon mit den Kleinsten geübt. Das bedeutet, wo wir gerade auch sind oder hinwollen, sollen wir trotzdem Herrchen und Frauchen folgen, dahin wo sie hinwollen. Manchmal ist das richtig gemein, wenn man zum Beispiel gerade in einem tollen Spiel ist oder eine superinteressante Spur verfolgt. Aber wenn ihr uns richtig lockt, mit freundlicher Stimme, dann kommen wir gerne. Ihr müsst aber wissen, dass es manchmal echt nicht einfach ist, vor allem im Spiel, wenn man grad mit einem anderen Hund verknäult ist, da kann man oft nicht weg. Besser ist es zu warten, bis das Spiel mal kurz unterbrochen ist und wir vielleicht sogar gerade schauen wo ihr seid, wenn ihr dann ruft und in die entgegengesetzte Richtung lauft, dann ist die Chance am größten, dass wir gehorchen können.

NEIN Hier muss ich mich, glaube ich, verbessern, das ist mit Garantie das erste Kommando, das wir lernen und es wird wahrscheinlich sogar noch häufiger benutzt als unser Name. Ich habe sogar schon mal einen Hund getroffen, der auf meine Frage nach seinem Namen geantwortet hat: "Ich heisse Hasso mit Vornamen und NEIN mit Nachnamen". NEIN bedeutet ganz klar, lass das, was du gerade tust, denn Frauchen findet es nicht gut. Manchmal ist es aber leider schon zu spät, wenn ich mich zum Beispiel gerade in wunderbarem Stinkzeug wälze oder etwas davon fresse und Frauchen ruft: "NEIN!", kann ich das ja nicht mehr rückgängig machen. Das Zeug ist drin im Pelz oder Magen! Ich weiß auch garnicht was sie hat, das ist doch ganz normal. Ein paar Freunde haben mir erzählt, bei ihnen heißt das TABU oder PFUI, aber ganz oft würden Frauchen oder Herrchen trotzdem NEIN oder AUS rufen, ist wahrscheinlich ein Reflex und das umzulernen ist schwer, dass könnt ihr mir glauben, es ist fast so, als ob mir Frauchen abgewöhnen wollte zu wuffen, wenn jemand Fremder unseren Garten betritt. Bevor ich zum Nachdenken komme, da ist mir das WUFF schon entfleucht.

AUS kommt gleich danach. Egal was man gerade im Maul hat, ob es das schimmelige Brot von Nachbars Misthaufen oder der Ball von dessen Töle ist, wir müssen hergeben, was drin ist. Ein Tauschgeschäft hilft oft, also ein Leckerli gegen das verdreckte, nasse Tempotaschentuch, dass wir gerade gefunden haben. Wenn wir schon gelernt haben zu kommen, dann bringen wir es euch vielleicht sogar. Macht aber bloss nicht den Fehler, hinter uns her zu laufen, damit macht ihr die Sache wichtiger als sie ist und wir lieben diese Verfolgungsspiele. Glaubt mir, die Chancen stehen schlecht, dass ihr uns bekommt, denn wir sind blitzschnell und wendig. Wenn ihr es also nicht geschafft habt, es uns mit einem NEIN garnicht aufheben zu lassen und wir das AUS noch nicht beherrschen, dann ist es am besten sich das Dingens bringen zu lassen und mit einem guten Tausch zu locken und AUS zu sagen, damit wir das lernen.

BLEIB gehört in die Junghundeausbildung. Da bekommen wir das Kommando SITZ oder PLATZ und dann sollen wir auf BLEIB genau da Wurzeln schlagen, wo wir sind, bis ihr wieder zu uns kommt oder uns abruft. Am besten lauft ihr erst einmal im Kreis um uns herum und dann entfernt ihr euch Schritt für Schritt. Es ist ganz schön schwer zu bleiben, denn wir wollen doch bei euch sein oder zum nächsten Hund oder Schmetterling oder Fussgänger. Frauchen findet es auch okay, wenn ich mir das SITZ oder PLATZ nach dem Kommando BLEIB selbst aussuche, sie sagt auch mittlerweile nur noch BLEIB, in welcher Position ich das tue ist ihr Gottseidank wurscht, denn manchmal kann ich einfach nicht liegen bleiben, weil mich Ameisen am Bauch kitzeln oder der Boden zu kalt oder warm ist und manchmal ist es im Liegen bequemer, vor allem wenn man lange warten muss.

HIER wird dann auch im Junghundekurs gelernt, da müssen wir kommen und vor unserem Frauchen oder Herrchen SITZ machen. Das erfordert schon eine gehörige Portion an Selbstkontrolle und Wissen. Deshalb üben wir das auch erst einmal auf kurzer Distanz und ihr haltet dabei ein Leckerchen vor euch mittig zwischen den Händen, wenn wir dann mit der Nase dran sind, dann hebt ihr kurz den Finger, als Sitzzeichen, falls wir das nicht schon alleine gemacht haben. Manchmal hilft auch einfach nur abwarten, weil wir ja schon wissen, dass wir uns meistens hinsetzen sollen und das auszuprobieren oft erfolgreich ist. Dabei entlocken wir euch aber garantiert ein dickes Lob und ein Leckerchen.

BEI FUSS können wir lernen, wenn wir nicht mehr an der Leine ziehen und das wiederum lernen wir ganz gut, wenn "Das andere Ende der Leine" immer stehen bleibt und wir keinen Schritt vorankommen solange wir ziehen. Irgendwann begreift das auch der dümmste Hund oder Herrchen gibt auf.... Das korrekte BEIFUSS wäre auf der linken Seite unseres Besitzers, mit unserer rechten Schulter an dessen linkem Knie. Mann, seid ihr manchmal kompliziert. Langt es denn nicht, wenn wir rechts oder links ganz nah bei euch gehen? Demnächst wird noch mit dem Maßband nachgemessen. Außerdem komme ich mit meiner Schulter gar nicht an das Knie von Frauchen hin, ich reiche gerade mal bis zu Wade. Aber nichtsdestotrotz sollen wir halt weder hinten nachbleiben, noch voraus laufen. Wie alles andere muss auch das geübt werden. Am besten mit einem Leckerli in der Hand, die auf unserer Seite ist und mit der Leine in der anderen Hand, die ihr hinter eurem Rücken führt. Nun haltet ihr das Leckerchen vor unsere Nase und sagt FUUUUSS und dann gehen wir los.

STOPP / HALT ist genau das, was das Wort bedeutet, einfach stehen bleiben und sich dann hinlegen oder hinsetzen. Manche Hunde schaffen das sogar aus einem Sprint heraus. Ich bin mehr für die gemächlichere Variante. Ich bremse ab, sehe mich um, ob Frauchen das wirklich ernst gemeint hat, wenn ich nicht ganz sicher bin, laufe ich ihr ein paar Schritte entgegen, da kommt dann das STOP gleich noch einmal lauter. Tja, was will man machen, lege ich mich halt hier hin, warum auch immer. Am besten übt ihr das, wenn euer Hund zu euch gelaufen kommt. Kurz bevor er bei euch ist, ruft ihr STOPP, geht einen Schritt auf uns zu und hebt die Hand, wie ein Verkehrspolizist, das Zeichen versteht fast jeder Hund und wenn wir dann kurz stehen bleiben, dann solltet ihr gleich noch einen weiteren Schritt auf uns zu machen und uns loben. Später könnt ihr dann noch ein SITZ dazu geben. Klappt das so nicht, dann gibt es noch die Möglichkeit uns an die lange Leine (Schleppleine) zu nehmen und wenn wir vorauslaufen, das STOPP zu rufen, kurz bevor sich die Leine spannt und gleichzeitig stehen zu bleiben. Wenn das STOPP kommt bevor uns die Leine zwingt stehen zu bleiben, dann können wir lernen, das STOPP stehen bleiben bedeutet. Stimmt euer Timing nicht und ihr ruft immer erst STOPP, wenn der Ruck schon passiert ist, dann lernen wir auf den Leinenruck zu stoppen und das ist blöd, wenn wir später keine mehr dran haben.

 

WARTE ist eigentlich so ähnlich, aber ich muss mich nicht hinlegen, sondern darf weiter schnüffeln, solange ich nur auf Frauchen warte. Die Arme kommt nämlich manchmal nicht mit, ihr Menschen seid aber auch echt langsam.

FEIN ist eigentlich kein Kommando, sondern sagt nur aus, dass wir unsere Übung richtig gemacht haben und meistens bekommen wir dann ein Leckerli, zu Anfang zumindest. Später nicht immer, aber man weiß ja nie, manchmal lohnt sich das Gehorchen, gerade dann, wenn wir nicht damit rechnen. Frauchen ist eben immer für eine Überraschung gut.

BRAV SEIN kann viel bedeuten. Frauchen sagt das immer, wenn ich gerade daran denke, den Fussgänger vor mir zu erschrecken, indem ich mit einem Sprung hinter ihm lande und wuffe. Wie sie das wohl immer errät. Außerdem bekomme ich das immer zu hören, wenn wir Welpen begegnen und das ist echt ätzend, weil die total frech sind und ich es garnicht einsehe, dass ich mir von dem Junggemüse auf der Nase herumtanzen lasse. Wenn man die nämlich nicht gleich in ihre Schranken weist, dann werden die immer frecher und die meisten wachsen mir ziemlich schnell über den Kopf und hüpfen mir dann ins Kreuz, was wirklich weh tut. ABer ich habe gelernt, dass ich mich auf Frauchen verlassen kann, wenn der Welpe zu grob wird, dann darf ich schon mal was sagen oder sie tut es für mich.


Natürlich können wir noch vieeeeeel mehr lernen und viele Sachen bringen wir uns selbst bei, wie ihr merken werdet. Manchmal auch Dinge, die euch nicht so recht sind, aber fragt euch immer erst einmal, wie wir das gelernt haben, manchmal seid ihr echt selbst schuld.

Beispiel gefällig?

Euer Hund springt alle an! Warum? Kann es sein, dass ihr das am Anfang süss fandet, als er noch ganz klein war? Dass ihr euch gefreut habt, wenn er euch so begrüßt hat? Später habt ihr dann gemerkt, dass es nicht immer Spaß macht, wenn euer Hund an allen hochspringt, also habt ihr ihm beigebracht sich hinzusetzen, wenn er hochspringt und ihn dann belohnt. Euer Hund ist aber nun der Meinung, er müsste erst jemanden anspringen und sich dann hinsetzen, um eine Belohnung zu erhalten. Tja, dumm gelaufen....